Anfang September wurde der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)-Bildungsmonitor 2024 veröffentlicht.
NRW-Schulen sind danach stark bei Zeiteffizienz und in der Digitalisierung. Es gibt wenige Klassenwiederholungen oder verspätete Einschulungen und eine hohe Ausbildungsleistung in der IT-Berufsausbildung.
An vielen Stellen stellt die Studie allerdings erhebliches Verbesserungspotenzial in NRW fest, insbesondere in den Bereichen Betreuungsbedingungen, Ausgabenpriorisierung, Internationalisierung, berufliche Bildung und Bildungsarmut:
➡ An Hochschulen werden rechnerisch viele Studierende je Lehrkraft unterrichtet
➡ Die Bildungsausgaben je Grundschulkind liegen 900 Euro unter dem Bundesdurchschnitt
➡ Vergleichsweise wenige Schüler an Berufsschulen werden in Fremdsprachen unterrichtet
➡ Der Anteil erfolgreicher Absolventen an allen Abgängen von Berufsfachschulen, Fachoberschulen und Fachschulen ist der niedrigste in Deutschland
➡ Viele Neuntklässler erreichen nicht die Mindeststandards im Lesen
🔵 Unsere Bildungsreferentin Annette Stratmann nimmt Stellung:
„Eine solide Schulausbildung bildet nicht nur die Grundlage für eine bestens qualifizierte Arbeitnehmerschaft in den Unternehmen. Vielmehr bietet sie den jungen Menschen auch die Möglichkeit, den Grundstein für ihre Zukunft, für ein selbstbestimmtes Leben in wirtschaftlicher Sicherheit und mit der Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe zu legen. Das beste Schutzschild gegen Frust, das Gefühl des Abgehängtseins und die Suche nach einfachen Lösungen!
Die Voraussetzungen dafür können die Kindern und Jugendlichen nicht selbst schaffen. Das müssen wir, die Erwachsenen, allen voran die Politik tun. Und zwar nicht nur, aber vorallem durch eine entsprechende Schwerpunktsetzung insbesondere auch bei den Finanzmitteln.
Gute Bildung kostet Geld! Und ist gleichzeitig ein Invest, das sich rechnet. Für unsere Kinder und Jugendlichen, für die Wirtschaft und für unsere gesamte Gesellschaft!
Es bleibt zu hoffen, dass die Ausgabensteigerung für Bildung, die Maßnahmen für eine bessere Unterrichtsversorgung und die Stärkung der Basiskompetenzen, auf die die NRW-Schulministerin Dorothee Feller in einer Stellungnahme zur INSM-Studie hinweist, ausreichen. Und vorallem, dass die Mittel und Maßnahmen auch ohne Abstriche dort ankommen, wo sie benötigt und von den Expertinnen und Experten vor Ort – den Lehrerinnen und Lehrern, den Schulleiterinnen und Schulleitern – effizient eingesetzt werden können. „
Der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)-Bildungsmonitor ist eine jährlich erscheinende Vergleichsstudie vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Seit 2004 werden darin Handlungsnotwendigkeiten und Fortschritte in 13 bildungsökonomisch relevanten Handlungsfeldern im Ländervergleich beschrieben. Die Daten für den diesjährigen Bericht stammen zumeist aus dem Jahr 2022 und 2023.
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