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KI, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit: Unternehmerabend 2026 setzt wirtschaftspolitische Akzente

Der Unternehmerabend 2026 des Arbeitgeberverbandes Paderborn/Höxter hat eindrucksvoll gezeigt, mit welcher Innovationskraft, Pragmatik und Zukunftsorientierung die Unternehmen der Region den wirtschaftlichen Wandel gestalten. Im Gräflichen Park Health & Balance Resort in Bad Driburg kamen Unternehmerinnen und Unternehmer, Führungskräfte, Netzwerkpartner sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um über Wettbewerbsfähigkeit, Künstliche Intelligenz und die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu diskutieren.

Bereits im Rahmen der vorausgehenden Mitgliederversammlung standen wichtige personelle Entscheidungen an. Bei den turnusgemäßen Vorstandswahlen wurde Jörn Förster, Senior Vice President Supply Chain & Procurement bei Diebold Nixdorf, neu in den Vorstand des Arbeitgeberverbandes gewählt. Er folgt auf Franz-Josef Fecke von der Benteler Automobiltechnik GmbH, der nicht erneut kandidierte. Der Verband dankte Fecke ausdrücklich für seine langjährige engagierte Vorstandsarbeit und seinen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Verbandes.

Gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Marc Heberling, Vice President HR Europe BENTELER Group, engagieren sich weiterhin Thilo Constantin Pahl, geschäftsführender Gesellschafter der Bette GmbH & Co. KG, sowie Achim Schäfer, Geschäftsführer des Medizinischen Zentrums Bad Lippspringe GmbH, im Vorstand des Verbandes.

In ihrer Begrüßungsrede zeichnete Geschäftsführerin Melanie Cramer das Bild einer Region, die wirtschaftliche Transformation nicht verwaltet, sondern aktiv gestaltet. Während bundespolitisch häufig noch diskutiert werde, entstünden in den Unternehmen der Kreise Paderborn und Höxter längst konkrete Lösungen – pragmatisch, technologieoffen und mit hoher Umsetzungsgeschwindigkeit.

„Wer sich nicht aufgibt, wer auch in schwierigen Situationen strukturiert arbeitet und beherzt zupackt, wenn die Chance da ist – der setzt sich durch“, erklärte Cramer mit Blick auf den Bundesliga-Aufstieg des SC Paderborn, den sie als Sinnbild für die Haltung vieler Unternehmen der Region bezeichnete.

Deutlich kritisierte Cramer zugleich die zunehmende Diskrepanz zwischen wirtschaftlicher Realität und politischen Entscheidungsprozessen. Unternehmen benötigten mehr Vertrauen, schnellere Verfahren und einen konsequenten Bürokratieabbau. Viele Betriebe seien bei Zukunftsentscheidungen längst weiter als die politische Debatte.

Besonders positiv hob sie dabei die jüngsten Maßnahmen Nordrhein-Westfalens zum Bürokratieabbau hervor. Der Ansatz der sogenannten Beweislastumkehr – wonach der Staat die Notwendigkeit bestehender Berichtspflichten begründen müsse – sei ein wichtiger Schritt hin zu mehr wirtschaftlicher Handlungsfähigkeit.

Auch die Reform der Sozialversicherungssysteme müsse endlich ehrlich und generationengerecht angegangen werden. Steigende Sozialabgaben belasteten Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen, verteuerten Arbeit und schwächten die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.

Einen zentralen Schwerpunkt des Abends bildete die Rolle Künstlicher Intelligenz in der Wirtschaft. Für viele Unternehmen der Region sei KI längst kein abstraktes Zukunftsthema mehr, sondern ein konkretes Instrument für effizientere Prozesse, bessere Entscheidungen und neue Geschäftsmodelle.

„Die eigentliche positive Nachricht lautet: Transformation findet statt. Nicht irgendwann. Nicht irgendwo. Sondern hier“, betonte Cramer.

Passend dazu setzte die Keynote von Anna Kopp, Director IT bei Microsoft Deutschland, einen der inhaltlichen Höhepunkte des Abends. Unter der Überschrift „KI macht Schweres leicht und Unmögliches möglich“ zeigte sie praxisnah auf, wie Unternehmen Künstliche Intelligenz bereits heute erfolgreich einsetzen und welche Veränderungen dies für Zusammenarbeit, Führung und Wertschöpfung bedeutet.

Ein weiterer Höhepunkt war die Verleihung des Hochschulpreises der Unternehmergruppe Ostwestfalen. Ausgezeichnet wurden Mike Max Langendorf für seine Masterarbeit „Gamification im E-Commerce: Ein Feldexperiment zur Wirkung einer spielerisch gestalteten, monetären Belohnung auf Nutzerverhalten“, Pia Naehring für ihre Bachelorarbeit „Ideen fördern durch Formulierungen – Der Einfluss psychologisch sicherheitsfördernder Kommunikation auf die Beteiligung an Innovationsprozessen“ sowie Linn Ochs für ihre Bachelorarbeit „Der Einfluss von Tax Compliance Management Systemen (CMS) auf Unternehmensführung und Strategie“.

Der Unternehmerabend 2026 setzte damit ein deutliches Signal regionaler Zuversicht. Die Unternehmen in den Kreisen Paderborn und Höxter verstehen Transformation nicht als Bedrohung, sondern als Gestaltungsauftrag – mit Innovationskraft, Pragmatismus und unternehmerischem Mut.

Annette Stratmann

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